Trump und Dmitrijew im Oval Office: Was Europas Diplomaten jetzt beunruhigt

In Washington ist am Donnerstag ein Termin gelaufen, der in europäischen Hauptstädten sofort nachhallte. US-Präsident Donald Trump empfing Kirill Dmitrijew, den russischen Sondergesandten und Vertrauten Wladimir Putins, im Oval Office. Vor Journalisten sprach Trump danach von einem „großen Abkommen“, das weit über die Ukraine hinausreichen und möglicherweise ganz Europa betreffen könne. Konkrete Punkte nannte er nicht – und genau diese Offenheit ohne Details treibt Spekulationen in Brüssel, Berlin und Kiew an.

Dmitrijew gilt seit Monaten als einer der wenigen sichtbaren Kanäle zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml. Dass er so offen in Washington auftrat, werteten Beobachter als Signal: Die USA verhandeln wieder direkt mit Moskau. Ob es um Sanktionen, Energie, Sicherheitsgarantien oder eine neue Verhandlungsarchitektur für den Krieg ging, blieb unklar. Parallel empfing First Lady Melania Trump russische und ukrainische Vertreter, darunter David Arachamija und Dmytro Lubinez. Anlass war die von ihr mitvermittelte sechstägige Waffenruhe in Oleschky bei Cherson, die rund 800 Zivilisten die Evakuierung und Hilfsgüter ermöglichte.

Wer den Ablauf der Treffen, die Rolle der First Lady und den Ausblick auf die geplanten Gespräche in Abu Dhabi nachlesen möchte, findet die Zusammenhänge im Bericht zum Trump-Dmitrijew-Gespräch übersichtlich eingeordnet.

Für unser Verzeichnis ist der Tag ein Gradmesser für Europas Stellung in diesem Konflikt. Die ukrainische Delegation kam zur First Lady, aber nicht zu einem bilateralen Termin beim Präsidenten – ein Detail, das in Kiew gemischte Gefühle auslöst. Für den 10. und 11. November sind trilaterale Gespräche der USA, der Ukraine und Russlands in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant. Ob dort Waffenstillstandslinien oder humanitäre Korridore verhandelt werden, bleibt abzuwarten. Klar ist nur: Washington setzt den Takt, und Europa muss aufpassen, nicht nur zuzuhören.

Leave a Reply

➤