Stille Größe und großer Auftritt: Zwei Modenachrichten, die man kennen sollte

Mode lebt von Gegensätzen, und selten zeigt sich das so deutlich wie an diesem Wochenende. Auf der einen Seite steht ein Designer, der jahrzehntelang bewusst leise geblieben ist. Auf der anderen Seite steht ein Haus, das für Glanz und große Gesten bekannt ist und nun auf die wichtigste Bühne der Couture zurückkehrt.

Der British Fashion Council ehrt Yohji Yamamoto mit dem Outstanding Achievement Award. Überreicht wird die Auszeichnung bei den Fashion Awards Ende November in der Londoner Royal Albert Hall. Yamamoto steht für weite, asymmetrische Schnitte, viel Schwarz und eine Haltung, die Kleidung eher als Schutz denn als Statussymbol versteht. Viele jüngere Designer berufen sich bis heute auf seine Arbeit, auch wenn sie das nicht immer laut sagen.

Ganz anders klingt die Nachricht aus Italien. Atelier Versace zeigt bei der Pariser Couture-Woche im Januar 2027 wieder eine eigene Show, zum ersten Mal seit 2016. Kreativdirektor Pieter Mulier präsentiert dort seine erste Couture-Kollektion für das Haus. In den vergangenen Jahren hatte sich Versace in diesem Bereich vor allem auf Einzelstücke für den roten Teppich beschränkt.

Wer beide Meldungen ausführlicher eingeordnet sehen möchte, findet im Beitrag über die Ehrung für Yohji Yamamoto und das Versace-Comeback weitere Details und Hintergründe.

Für unser Verzeichnis zeigen die beiden Nachrichten, wie breit die Modewelt aufgestellt ist. Zurückhaltung und Opulenz schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Die Preisverleihung in London und die Show in Paris sind zwei Termine, die Modeinteressierte sich schon jetzt vormerken können. Spannend wird vor allem, ob Mulier dem Haus eine neue Handschrift gibt oder bewusst an die großen Zeiten der Marke anknüpft. Und vielleicht zeigt die Ehrung für Yamamoto auch, dass Beständigkeit am Ende mehr Wirkung hat als jeder schnelle Trend.

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