Nach 35 Jahren wieder ganz oben: Was Zverevs Platz eins für das deutsche Tennis bedeutet

Lange galt Alexander Zverev als der ewige Beinahe-Champion: Olympiasieger, ATP-Finals-Gewinner, mehrfach Finalist bei Grand Slams, aber nie ganz an der Spitze. Diese Erzählung ist jetzt vorbei. Mit seinem Viertelfinaleinzug in Wien hat sich der Hamburger den ersten Platz der Weltrangliste gesichert, offiziell wird er ab Montag, dem 2. November, geführt. Er verdrängt Jannik Sinner und ist nach Boris Becker, der 1991 dort stand, erst der zweite Deutsche, dem das gelingt.

Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt. Zverev ist 29 Jahre und ein halbes Jahr alt, ein Alter, in dem die Generation hinter ihm eigentlich übernehmen sollte. Laut ATP hat nur John Newcombe den Gipfel bei seiner Premiere noch später erreicht. Für viele junge Spielerinnen und Spieler ist das eine ermutigende Botschaft: Wer dranbleibt, an Aufschlag und Fitness arbeitet und Rückschläge wie schwere Verletzungen wegsteckt, kann auch spät in der Karriere noch einen Sprung machen.

Für den Tennissport in Deutschland kommt der Erfolg zur richtigen Zeit. Vereine klagen seit Jahren über fehlenden Nachwuchs und leere Plätze an Wochentagen. Ein Weltranglistenerster mit deutschem Pass bringt Fernsehzeit, Sponsoren und vielleicht auch Kinder zurück in die Clubs. Die Becker-Jahre haben gezeigt, wie stark ein einzelner Star eine ganze Sportart prägen kann.

Wie das entscheidende Match gegen Tallon Griekspoor lief, welche Statistiken herausstachen und welche kuriose Szene es mit der Hallenbeleuchtung gab, steht im Bericht über Zverevs Sprung an die Spitze.

Unser Verzeichnis-Tipp: Die nächsten Wochen mit den ATP Finals werden zeigen, ob Zverev die neue Rolle annimmt. Wer Tennis bisher nur nebenbei verfolgt hat, findet jetzt einen guten Grund, genauer hinzusehen. Spannender war die Lage an der Spitze lange nicht.

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