Es gibt Serien, die man nie ganz vergisst, weil sie einen bestimmten Lebensabschnitt begleitet haben. Für viele, die um 2010 herum zur Schule gingen, gehört „Glee“ eindeutig dazu. Die Geschichte eines Schulchors voller Außenseiter machte Popsongs zu Hymnen der Selbstbehauptung und brachte Themen ins Abendprogramm, die damals noch selten so offen erzählt wurden. Nun soll der Chor tatsächlich noch einmal antreten: Ein Reboot ist offiziell bestellt.
Die spannendste Personalie ist die mögliche Rückkehr von Lea Michele als Rachel Berry. Ihre Figur war ehrgeizig, anstrengend und gerade deshalb unvergesslich. Auch weitere bekannte Gesichter haben bereits Andeutungen gemacht, während Serienschöpfer Ryan Murphy mit seinem alten Autorenteam das Drehbuch schon fertig haben soll. Das klingt nach einem Projekt, das nicht nur auf Nostalgie setzt, sondern mit Plan entsteht.
Leicht wird die Aufgabe trotzdem nicht. Zwei der wichtigsten Darsteller des Originals leben nicht mehr, und ihre Figuren lassen sich nicht einfach ersetzen. Wie respektvoll die Neuauflage mit dieser Lücke umgeht, dürfte darüber entscheiden, ob alte Fans sie annehmen. Hinzu kommt, dass sich das Fernsehen verändert hat: Diversität und Musik allein sind heute kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern Standard.
Gleichzeitig spricht viel für das Comeback. Die Songs der Serie laufen auf Streamingplattformen weiterhin in riesigen Stückzahlen, und eine jüngere Generation hat die Folgen längst für sich entdeckt. Ein Reboot kann diese beiden Gruppen zusammenbringen, wenn es klug zwischen Erinnerung und Gegenwart vermittelt.
Wer wissen möchte, welche Darsteller bereits Signale gesendet haben und was über die Pläne von Disney+ und Hulu bekannt ist, findet eine gute Übersicht im Beitrag über das „Glee“-Reboot mit Lea Michele. Ein Starttermin steht zwar noch aus, doch die Vorfreude ist schon jetzt deutlich hörbar.
