Manche Unentschieden fühlen sich wie Niederlagen an, andere wie kleine Siege. Das 2:2 zwischen dem FC Bayern und dem FC Arsenal am dritten Spieltag der Ligaphase war beides zugleich, je nachdem, auf welcher Tribüne man saß. Die Münchner führten bis kurz vor Schluss, die Allianz Arena feierte schon, dann sorgte ein Distanzschuss von Declan Rice für den Ausgleich und für lange Gesichter bei den Gastgebern.
Spielerisch bot die Partie, was man von zwei Titelanwärtern erwartet. Arsenal ging durch einen sauber herausgespielten Angriff in Führung, Bayern antwortete mit einer schnellen Kombination über Harry Kane und Alphonso Davies. Spannend war vor allem, wie unterschiedlich beide Teams ihr Spiel anlegten: London mit ruhigem Ballbesitz im Mittelfeld, München mit mehr Tempo über die Flügel.
Kane selbst unterstrich erneut seine erstaunliche Konstanz. Mit seinem verwandelten Elfmeter traf er zum zehnten Mal in Serie in der Königsklasse, eine Bilanz, die selbst unter den großen Torjägern des Wettbewerbs auffällt. Dass er trotzdem ohne Sieg vom Platz ging, zeigt, wie schmal der Grat auf diesem Niveau ist.
Für die Tabelle der Ligaphase ist ein Punkt gegen einen der konstantesten Klubs Europas keine Katastrophe. Für das Selbstverständnis einer Mannschaft mit großen Zielen aber schon ein Warnsignal: Eine späte Führung muss man über die Zeit bringen können. Genau daran wird in den nächsten Wochen gemessen werden, wie reif dieses Bayern-Team wirklich ist.
Wer die Torfolge, die Elfmeterszene und die übrigen Ergebnisse des Abends nachlesen möchte, findet sie im Spielbericht zum Champions-League-Abend, der auch die überraschende Pleite von Manchester United gegen Como einordnet. Für Fußballfans ist das ein guter Einstieg, um den Spieltag kompakt zu überblicken.
