Achtzig Minuten lang sah der Freitagabend im Signal Iduna Park nach einem typischen Arbeitssieg des Tabellenführers aus. Dortmund kontrollierte das Spiel, Bremen verteidigte tief, und ein glänzend aufgelegter Werder-Torhüter hielt die Partie offen. Dann ging alles sehr schnell, und am Ende stand ein 2:2, über das in beiden Städten noch lange gesprochen werden dürfte.
Zwei Tore in fünf Minuten schienen den fünften Sieg im fünften Spiel zu besiegeln. Die Südtribüne feierte bereits, doch genau in dieser Phase zeigte sich, was Werder in dieser Saison auszeichnet: Die Mannschaft gibt Spiele nicht verloren. Ein Distanzschuss brachte den Anschluss, und in der Nachspielzeit köpfte ausgerechnet Niclas Füllkrug, der einst selbst das schwarz-gelbe Trikot trug, den Ausgleich. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
Für den BVB ist das Ergebnis mehr als ein Schönheitsfehler. Ein Ballverlust im Aufbau und eine ungeordnete Abwehr bei einer Standardsituation reichten, um zwei Punkte herzuschenken. Weil die Verfolger aus München und Freiburg erst am Wochenende spielen, kann der Vorsprung an der Spitze schnell schrumpfen. Gleichzeitig wartet bereits am Mittwoch die nächste Aufgabe auf internationaler Bühne, gefolgt von mehreren Auswärtsreisen in kurzer Zeit.
Bremen dagegen nimmt aus Dortmund vor allem Selbstvertrauen mit. Wer beim Spitzenreiter einen Zwei-Tore-Rückstand in der Schlussphase aufholt, zeigt Moral und Fitness. Den kompletten Spielverlauf mit allen Toren und Szenen fasst der Spielbericht zum Remis übersichtlich zusammen.
Unser Verzeichnis-Fazit: Dieses Spiel zeigt, dass der Titelkampf offener ist, als die Tabelle vermuten lässt. Und es erinnert daran, warum man ein Bundesligaspiel nie vor dem Schlusspfiff abhaken sollte.
