Gefährliche Route: Was die Drohnenangriffe auf Frachtschiffe im Schwarzen Meer bedeuten

Die Schifffahrt im westlichen Schwarzen Meer steht nach einer Reihe von Angriffen unter großem Druck. Innerhalb von nur zwei Tagen wurden vor den Küsten Rumäniens und Bulgariens drei Handelsschiffe von Drohnen getroffen, zwei davon sanken. Mindestens zwei Seeleute kamen ums Leben, von der Besatzung eines weiteren Frachters fehlt jede Spur. Die Vorfälle ereigneten sich nicht auf dem Staatsgebiet der beiden EU- und Nato-Länder, aber in ihren Wirtschaftszonen und damit in unmittelbarer Nähe zur Ostflanke des Bündnisses.

Zuerst traf es einen türkischen Frachter mit ukrainischem Getreide südlich des Donaudeltas. Kurz darauf wurden östlich der bulgarischen Küstenstadt Bjala zwei weitere Schiffe getroffen. Die Besatzung eines der beiden Frachter konnte von einer Fähre gerettet werden, mehrere Verletzte wurden in Warna behandelt. Bulgariens Regierungschef sprach von einem groben Verstoß gegen das Völkerrecht und das Seerecht und ließ die Herkunft der Drohnen untersuchen. Die ukrainische Regierung macht Russland verantwortlich, Moskau äußerte sich zunächst nicht.

Warum diese Route so wichtig ist, wird erst mit etwas Hintergrund klar. Seit dem Ende des Getreideabkommens nutzt die Ukraine einen eigenen Seekorridor entlang der Küsten im Westen des Meeres, über den große Mengen Weizen und andere Güter in die Welt gelangen. Werden diese Gewässer unsicher, betrifft das nicht nur die Reedereien, sondern auch Versicherungen, Häfen und letztlich die Lebensmittelpreise in vielen Ländern.

Den genauen Ablauf der Angriffe, die Reaktionen aus Sofia, Bukarest und Kiew sowie die Hintergründe zum Seekorridor erklärt der ausführliche Amiratower-Beitrag zur Lage im Schwarzen Meer. Wir führen ihn in unserem Verzeichnis, weil er die Ereignisse sachlich ordnet und gut verständlich einordnet.

In den Anrainerstaaten wächst die Sorge, dass sich der Krieg weiter auf das Meer ausdehnt. Wie Nato und EU auf die neue Lage reagieren, dürfte in den kommenden Wochen zu einer der wichtigen Fragen für die Region werden.

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