Verteidigungspakt von Mekka: Warum Truppen aus Ankara und Islamabad jetzt nach Riad ziehen

Lange war das im August geschlossene Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan eher ein Papier für die Diplomatie. Jetzt bekommt es plötzlich Gewicht: Nach einer Serie von Explosionen in Riad haben die drei Staaten beschlossen, den Pakt sofort umzusetzen und Soldaten sowie militärisches Gerät in das Königreich zu verlegen. Für Beobachter der Region ist das ein bemerkenswerter Schritt, denn zum ersten Mal wird aus einer gegenseitigen Beistandszusage eine konkrete Truppenbewegung.

Auslöser sind die anhaltenden Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz. Nach eigenen Angaben zielte sie unter anderem auf den Flughafen der Hauptstadt und auf Anlagen des Ölkonzerns Aramco. Die saudisch geführte Koalition antwortete mit Schlägen gegen Stellungen in der Hafenstadt Hodeida und meldet, einen geplanten Angriff auf Schifffahrtswege im Roten Meer verhindert zu haben. Damit steht nicht nur die Sicherheit Saudi-Arabiens im Raum, sondern auch eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen Asien und Europa.

Spannend ist vor allem die Zusammensetzung des Bündnisses. Die Türkei bringt eine große, erfahrene Armee und eigene Interessen im Nahen Osten mit, Pakistan ist eine Atommacht mit traditionell engen Verbindungen zum saudischen Königshaus. Ob diese Mischung abschreckend wirkt oder den Konflikt im Jemen weiter anheizt, ist offen. Gleichzeitig kündigt der von Riad unterstützte jemenitische Präsidialrat eine Offensive an, um verlorene Gebiete an der Westküste zurückzuholen.

Wer die Hintergründe, den Ablauf der Angriffe und die Details der gemeinsamen Erklärung nachlesen möchte, findet eine kompakte Zusammenfassung im Bericht über die Truppenentsendung nach Saudi-Arabien auf Amiratower. Für unser Verzeichnis ist der Beitrag eine gute Anlaufstelle, wenn man verstehen will, wie schnell sich regionale Bündnisse unter Druck verändern können.

In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, wie viele Kräfte tatsächlich verlegt werden und ob internationale Vermittler einen Weg finden, die Lage zu beruhigen. Bis dahin bleibt der Golf ein Brennpunkt, den man aufmerksam verfolgen sollte – nicht zuletzt wegen seiner Bedeutung für Energiepreise und den weltweiten Seeverkehr.

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