Ein Spiel, das man auf dem Papier hätte gewinnen müssen, und am Ende doch nur ein Punkt: Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Nations League in Griechenland 0:0 gespielt. Für viele Fans fühlt sich das wie eine Niederlage an, denn nur eine Woche zuvor war das Hinspiel in Augsburg mit 0:1 verloren gegangen. Die Revanche war eingeplant, die Wiedergutmachung lag in der Luft – und dann blieb die Anzeigetafel im Toumba-Stadion hartnäckig bei null.
Besonders bitter ist der Moment, in dem Jonathan Burkardt den Ball über die Linie schob und der Jubel nach der Videoprüfung wieder verstummte. Ein unabsichtliches Handspiel im Aufbau reichte, um den Treffer zu streichen. Solche Szenen sorgen regelmäßig für Diskussionen darüber, wie streng der Videobeweis auslegen sollte, und auch dieses Mal dürfte die Debatte in Kneipen und Kommentarspalten weitergehen.
Spannender als die einzelne Szene ist aber die größere Frage: Wie weit ist die junge Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klopp wirklich? Die Überlegenheit bei den Torschüssen war deutlich, die Durchschlagskraft im letzten Drittel dagegen nicht. Gegen einen kompakt verteidigenden Gegner fehlten Tempo, Ideen und die letzte Entschlossenheit. Auch die Einwechslungen brachten keine Wende. Wer die Partie mit allen Aufstellungsänderungen, den vergebenen Chancen und der Tabellensituation in Gruppe 2 nachlesen möchte, findet den ausführlichen Spielbericht mit allen Details.
Für die kommenden Wochen bleibt die Aufgabe klar: Aus Dominanz müssen wieder Tore werden. Eine Mannschaft im Umbruch braucht Zeit, aber auch Erfolgserlebnisse, damit Selbstvertrauen wachsen kann. Fünf Punkte aus vier Spielen sind kein Grund zur Panik, doch sie zeigen, dass der Weg zurück an die europäische Spitze länger ist, als viele nach dem Sieg gegen Serbien gehofft hatten. Das nächste Länderspiel wird zeigen, ob Klopp die richtigen Schlüsse zieht und ob seine Spieler die Lehren aus Thessaloniki umsetzen können.
