Paris Fashion Week: Vivienne Westwood „Body and Soul“, Hermès mit Zips und Mesh

Die Paris Fashion Week bleibt auch im Herbst 2026 ein Seismograf für Haltung und Handwerk. Zwei Häuser stechen dabei besonders heraus: Vivienne Westwood unter Andreas Kronthaler mit der Kollektion „Body and Soul“ für SS27 und Hermès mit einer klaren Betonung von Zips und Mesh. Wer Mode nicht nur als Laufstegbild, sondern als Haltung liest, findet hier Stoff für die nächste Saison – und Argumente, warum Punk-Erbe und Luxus-Präzision weiterhin nebeneinander existieren können. Gerade in einer Woche voller Shows hilft der Fokus auf zwei klare Gegenpole, den Überblick zu behalten und Trends von reinen Showeffekten zu trennen.

Kronthaler führt die Westwood-Linie weiter als Dialog zwischen Körper und Haltung: dramatische Silhouetten, spielerische Provokation und die typische Mischung aus Historie und Street Energy. „Body and Soul“ klingt nicht nach leerer Slogan-Romantik, sondern nach einer Show, die Figur, Stoff und Haltung bewusst gegeneinander stellt. Hermès dagegen setzt auf technische Eleganz – Reißverschlüsse und Mesh als funktionale Details, die den Look modernisieren, ohne die DNA des Hauses zu verwässern. Gerade dieser Kontrast macht den Pariser Kalender interessant: Rebellion auf der einen, ruhige Präzision auf der anderen Seite. Beobachterinnen und Beobachter können daran ablesen, welche Signale die Branche für den Alltag und welche sie für das Statement-Kleidungsstück reserviert.

Für die Branche zählt weniger der einzelne Look als die Frage, wohin die Saison driftet. Westwood bleibt politisch und körperbewusst, Hermès bleibt handwerklich und klar. Eine kompakte Einordnung der Shows, der Schlüsselstücke und des Kontexts liefert dieser Überblick.

Wer die Paris Fashion Week nur über viralen Laufsteg-Content verfolgt, verpasst den eigentlichen Reiz: die Spannung zwischen Erbe und Experiment. Zwischen Kronthalers „Body and Soul“ und Hermès’ Zip-und-Mesh-Logik zeichnet sich ab, dass SS27 weder reine Nostalgie noch reiner Tech-Look wird – sondern ein Dialog, den man besser im Detail nachliest als in drei Stories abhakt. Genau dafür lohnt sich der Blick auf die ausführliche Zusammenfassung, bevor die nächste Show-Welle die Timeline überschreibt.

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