Schlingel in Chemnitz: Kinderkino mit „Sammy und Frida“ und Neinhorn-Premiere

Chemnitz wird für neun Tage wieder zur Hauptstadt des jungen Kinos. Am 2. Oktober 2026 startet das 31. Internationale Filmfestival für Kinder und junges Publikum „Schlingel“ – mit fast 200 Filmen aus rund 60 Ländern und einem klaren Fokus auf polnische Kinderproduktionen. Für Familien in Sachsen und Fachpublikum aus dem gesamten deutschsprachigen Raum ist das mehr als ein Termineintrag: Es ist eine Woche, in der Kino als gemeinsames Erleben und Perspektivwechsel gedacht wird, nicht nur als Freizeitprogramm nach der Schule.

Eröffnet wird das Festival im Chemnitzer Opernhaus mit „Sammy und Frida – Chaos mit Sense“, der Verfilmung des Kinderbuchs von Anne Gröger. Regisseurin Katja Benrath führt den vorsichtigen Samuel und Frida zusammen – den kleinen Tod in Ausbildung –, betont aber, dass der Film vom Leben handelt und nicht vom Sterben. Bereits in Italien beim Giffoni Festival ausgezeichnet, ist die deutsche Erstaufführung beim Schlingel ein bewusster feierlicher Auftakt: zugänglich für Familien, sichtbar für die Branche, und um 16:15 Uhr so gelegt, dass auch jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer dabei sein können.

Unter den acht Weltpremieren sticht „Das Neinhorn – der Film“ heraus. Marc-Uwe Kling führt Regie nach seinem eigenen Bestseller; Stimmen wie Nora Tschirner, Torsten Sträter und Karoline Herfurth unterstreichen den Anspruch, Humor und Haltung für junge Zuschauer zu verbinden. Kinostart ist für den 1. Januar 2027 geplant. Weitere Premieren – darunter ein neuer „Häschenschule“-Teil und „Der Regenbogenfisch“ – zeigen, wie Chemnitz lokale Sichtbarkeit mit Stoffen verknüpft, die später bundesweit laufen. Eine kompakte Übersicht zu Eröffnung, Premieren und Festivalverlauf liefert dieser Festivalbericht.

Festivalleiter Michael Harbauer betont starke Originaldrehbücher und positive Enden als Qualitätsmerkmal guter Kinderfilme. Spielorte wie CineStar, Metropol und Clubkino ergänzen das Opernhaus um Schulvorstellungen und öffentliche Termine. Bis zum 10. Oktober bleibt Chemnitz damit ein Ort, an dem junges Publikum ernst genommen wird – mit Tickets über das Festival und die beteiligten Kinos, und mit einer Programmlogik, die Spaß, Haltung und handwerkliche Sorgfalt nicht gegeneinander ausspielt.

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